Sala romana

Die Römer kannten Mallorca und Menorca unter dem Namen Baliares, während Ibiza y Formentera die Pityusae genannt wurden. Die Bewohner dieser letztgenannten Inseln, erst phönizische und später punische Siedler, waren über Jahrhunderte hinweg das wichtigste Bindeglied der Balearen nach außen, und tatsächlich trugen sie dazu bei, dass die Römer die interne Realität der Baliares erfuhren.

Eine großartige Informationsquelle für die Römer über die Inseln waren die Schriften von griechischen Autoren wie Diodor von Sizilien (1. Jh. v. Chr.):

Direkt vor Iberien liegen weitere Inseln, die bei den Hellenen „Gimnesias“ hießen, jedoch von den Einheimischen und den Römern „Balearides“ genannt  wurden, weil sie geschickter als alle Männer große Steine mit Vertiefungen werfen [...] Beide Inseln besitzen eine gute, fruchtbare Erde und mehr als dreißig tausend Einwohner. Von den Erzeugnissen aus der Erde für die Ernährung stellen sie gar keinen Wein her. Deshalb sind sie alle dem Wein zugeneigt, weil er bei ihnen knapp ist. Diod. Sic. 5, 17.

Als das Römische Reich im Zuge seiner Machtausbreitung über die gesamte italienische Halbinsel zu Beginn des 3. Jh. v. Chr. Sizilien erreichten, trafen sie auf die Karthager, die ähnliche Absichten hegten. Eine Reihe von Konfrontationen zwischen den beiden Mächten gipfelte in der Niederlage der Karthager beim Zweiten Punischen Krieg (218-202 v. Chr.), beende die Herrschaft über die iberische Halbinsel durch die Römer und deren Organisation als römische Provinz. Doch die Inseln rückten erst viel später in das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, denn vermutlich blieben sie ein Randgebiet im Rahmen der Feldzüge der Römer bis zum Jahre 123 v. Chr., dem Datum der Eroberung der Baliares.

Ab diesem Zeitpunkt erfolgte die Ankunft neuer Siedler sowie die Übernahme von italienischen Sitten auf den Baliares nur langsam. So können wir in Manacor sowohl einheimische Siedlungskerne, die in der Hochzeit der Römer bewohnt waren wie beispielsweise das Dorf s’Hospitalet Vell, als auch neu geplante römische Siedlungen wie die römische Villa auf dem Berg Pou de Son Joan Jaume vorfinden. Letztere ist ein Beispiel für die Einführung eines neuen Wirtschaftsmodells sowie einer Ansiedlung von eingewanderter Bevölkerung mit durch und durch römischen Gebräuchen.

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